Schönheitsoperationen/Tattoos

14. April 2010

Kürzlich wurde ich von Frau Lembo, Redaktorin der Schweizer Familie zu meiner Meinung über Schönheitsoperationen befragt. Den Artikel finden Sie unter folgendem Link: Schönheit mit Augenmass. Es besteht ein augenscheinlicher Unterschied zwischen medizinisch notwendigen Operationen, mit denen ich vor allem zu tun habe, und kosmetischen Operationen. Beide sind aus der modernen Medizin nicht mehr wegzudenken. Das Selbstbild wird auf jeden Fall verändert. Wer es gemacht hat, schaut sich im Spiegel anders an, muss sich wieder kennenlernen. Hier neigen wir aus nazisstischen Gründen dazu, uns mit kritischem und wenig wohlwollendem Blick zu begegnen. Zufrieden oder unzufrieden sein mit sich selbst, seinem Aussehen, seinen guten und schlechten Gefühlen, ist ein lebenslanger Prozess des Wachstums. Eine Rettung des Aussehens kann wirklich glücklich machen. An sich herumzunörgeln und herumschnippseln zu lassen, zeugt aber auf jeden Fall von innerer Unzufriedenheit. Ich wurde erstmals informiert, dass die Kliniken gleich Kredite anbieten, wenn sich die Person die Korrektur nicht leisten kann. Und diese Operationen sind wirklich teuer. Ich kenne zwei Frauen, deren Probleme nahezu identisch waren. Sie waren sozial und psychisch angeschlagen, liessen sich die Nase machen und waren vorher unzufrieden (obschon beide Nasen wirklich hübsch waren) und nachher zu ängstlich, um sich in der Öffentlichkeit zu zeigen. Kann es jungen Erwachsenen auch so gehen, wenn sie sich eine Körperstelle stechen und mit Tinte auffüllen lassen? Hier kann man sich eher Sorgen bezüglich Kurzfristigkeit der visuellen Botschaft machen, die ja aber ein ganzes Leben dran bleibt. Viele Menschen entwickeln sich doch weiter und können plötzlich nicht mehr zur Botschaft stehen, die aufgebracht ist. Eine Hautentfernung oder eine Laserbehandlung sollen helfen. Dreifaches Leiden, nur wegen eines Modegags? Das Skalpell und die Tätowiernadel gehen einfach zu sehr unter die Haut, als dass man sich so etwas unvorbereitet antun lassen sollte. Konsultieren Sie einen unabhängigen Arzt oder Psychologen – und am besten immer wieder sich selbst.

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